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Schülerinnen und Schüler in alten Kostümen stehen aufgereiht

2026 feiern wir 200 Jahre Fotografie. Für mich ist es ein ganz besonderes Jahr: Vor genau 50 Jahren erschienen meine ersten journalistischen Fotografien in der Hersbrucker Zeitung. Der Beginn einer Leidenschaft.

Die ersten Pressefotos mit 15 Jahren

1976 feierte meine Heimatstadt Hersbruck ihr 1000-jähriges Bestehen. Mein Vater, promovierter Historiker, hielt dazu zwei Vorträge, einen davon am „Jahrtausendtag“, dem 29. September. Schüler meines Gymnasiums spielten dabei Szenen aus der Hersbrucker Geschichte nach. Ich fotografierte die Aufführung – und am 1. Oktober 1976 erschienen meine Bilder in der Hersbrucker Zeitung.

Zeitungsartikel Vortrag Dr. Rudolf Geiger, 1000 Jahre Hersbruck, Volksbildungswerk, 29. September 1976, Dreifachturnhalle, Hersbuck; © Thomas Geiger

Erst bei Recherchen zum Jubiläum in diesem Sommer entdeckte ich den damaligen Zeitungsartikel in den Unterlagen meines Vaters. Tatsächlich war ich also bereits 1976, im Alter von 15 Jahren, journalistisch tätig. Was für eine Überraschung, das ausgerechnet 50 Jahre später herauszufinden!

Ursprünglich dachte ich, der Negativstreifen, den ich 1978 mit einem Text per Post von der Jugendreise aus Lossiemouth/Schottland nach Hersbruck schickte, waren meine ersten veröffentlichten Fotos.

Alles begann mit dem kleinen schwarzen Kästchen, der Agfa Box, die ich schon 1967, mit sechs Jahren von meinem Onkel bekommen hatte. 1975 fotografierte ich dann mit der Revueflex unserer Schule auf Kleinbildfilm und entwickelte erste Filme und Abzüge im Schulfotolabor.

Vom Mofa zum VW-Käfer

Bereits 1978 arbeitete ich dann regelmäßig für die HZ. Mit einem geliehenen Mofa fuhr ich sonntags zu Fußballspielen, bewaffnet mit meiner Praktika und einem Tamron 135mm-Objektiv. Anschließend telefonierte ich mit Sportredakteur Kurt Wachter in der Redaktion die Vereine ab, um die Kreisliga-Ergebnisse für die Montagsausgabe zusammenzustellen.

Ein Jahr später, mit 18 Jahren und Führerschein, konnte ich mir für 300 DM einen VW-Käfer leisten. Damit erreichte ich auch die Fußballplätze in den umliegenden Dörfern.

Vom Traumjob zum Beruf

Schon in der 11. Klasse stand mein Berufswunsch fest. Ein Berufsberater wollte mich allerdings davon abbringen: „Was? Fotograf wollen Sie werden? Da müssen Sie noch ein paar Knödel mehr essen!“

Ich fand den Spruch ziemlich unsinnig. Zwar musste ich tatsächlich viel Ausrüstung schleppen, aber von meinem Traumjob konnte er mich nicht abbringen.

Am 1. Oktober 2026 feiere ich nun 50 Jahre journalistische Fotografie. Dass meine ersten veröffentlichten Bilder ausgerechnet von Hersbrucks 1000-Jahr-Feier stammen, macht dieses Jubiläum für mich besonders schön. Aus den ersten veröffentlichten Aufnahmen eines 15-Jährigen wurde ein Beruf fürs Leben.

Ein halber Film hat damals für den Abend gereicht. Und weil der dann im Labor abgeschnitten wurde ist wohl leichter Lichteinfall auf den Negativen.